am Montag, den 11.02. von 14:00-16:00 Uhr (s.t.) wird die nächste Forschungswerkstatt Rekonstruktive Inklusions- und Differenzforschung in der Pädagogischen Werkstatt stattfinden.

Diesmal wird Ursula Böing von der Katholischen Hochschule Münster in die Forschungswerkstatt kommen und Datenmaterial zum Thema „Assistenz aus Schüler/innenperspektive“ (ASS) vorstellen, an dem wir gemeinsam interpretieren und diskutieren können.

Hier das Abstract zum Vortrag:

„Assistenz aus Schüler/innenperspektive“ (ASS)

Mit der schrittweisen Umsetzung des BTHG wird persönliche Assistenz erstmals als Leistungstatbestand benannt (§ 78 SGB IX [neu] und §§ 113, 116 SGB IX [neu]). Damit wird sie als (neue) Akteursrolle in die verschiedenen pädagogischen Handlungsfelder eingeführt und gewinnt insbesondere in der Schule als Differenzierungsmaßnahme für Kinder und Jugendliche mit zugewiesenem Förderbedarf im Kontext eines als „Inklusion“ bezeichneten bildungspolitisch angestoßenen Reformprozesses an Bedeutung. Die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in der Schule ist im Kontext von Assistenzhandeln bislang kaum erforscht. In Anlehnung an eine sozialwissenschaftlich orientierte Kindheitsforschung scheint jedoch insbesondere diese Perspektive gewinnbringend, weil Kinder und Jugendliche als relevante, an der Konstruktion sozialer Praktiken beteiligte soziale Akteure betrachtet werden können, die als Schüler/-innen in der Verwobenheit mit institutionellen Praktiken und den Erwartungen der erwachsenen Akteure eigene Bedeutungen aushandeln und hervorbringen.
In der vorliegenden Studie werden fotobasierten Schulführungen bzw. videogestützte Gruppendiskussionen mit Kindern und Jugendlichen an ausgewählten Schulen in Oberösterreich durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in ihrer Rolle als Schüler/innen Handlungssituationen in Schul- und Unterrichtssettings mit Assistenz bearbeiten.
Innerhalb der Forschungswerkstatt werden ausgewählte und vorbereitete Sequenzen aus dem Material analysiert.“