Das problemzentierte/themenzentrierte Interview zeichnet sich dadurch aus, dass es im Unterschied zum narrativen Interview, durch Relevanzsetzungen der*die Informant*in bis zu einem gewissen Grad leitet, indem bestimmte thematische Bereiche in Form von Leitfragen (vgl. Leitfadeninterview) vorgegeben werden. Erzählgenerierende  Fragen und strukturierende Nachfragen werden kombiniert. Ein sensibler und akzeptierender Gesprächsstil  sollte ein Vertrauensklima zwischen interviewender und interviewter Person schaffen. Damit bildet diese Kategorie einen Oberbegriff, in den sowohl das fokussierte Interview wie auch das problemzentrierte Interview gefasst werden können.

Die Kriterien der Einschränkung auf thematische Komplexe setzen, ähnlich wie beim Expert*inneninterview, bereits ein Wissen über den Gegenstandsbereich voraus. Innerhalb der vorgegebenen Themenkomplexe wird in der Regel versucht, mit offenen Fragen das narrative Potenzial der Informanten zu nutzen.

Literatur:

  • Marotzki, W. (1994). Thematisches Interview. In: R. Bohnsack; W. Marotzki & M. Meuser (Hrsg.), Hauptbegriffe Qualitativer Sozialforschung. Ein Wörterbuch. Opladen: Leske+Budrich.

Weiterführende Literatur:

Artikel verfasst von Regine Langenbacher-König (2004) (Überarbeitung 2020)

Zitation:

Langenbacher-König, Regine (2004). Problem-/Themen- zentriertes Interview. QUASUS. Qualitatives Methodenportal zur Qualitativen Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung. URL (https://quasussite.wordpress.com/problem-themenzenriertes-interview/)