In der Reihe „Forschungsorte“ stellen wir interessante Forschungsfelder nah und fern der Hochschule vor. Dafür interviewen wir Personen, die an diesen Orten selbst (forschungs-)praktisch tätig sind.

Heute im Gespräch mit Charlotte Rott-Fournier

1. Was passiert in der Kunstwerkstatt? Wer besucht sie?

Kinder im Grundschulalter/Kindergartenalter kommen regelmäßig in unsere vorbereitete Kunstwerkstatt am Institut der bildenden Künste. Sie werden dort von Kunststudierenden pädagogisch betreut. Dabei ist es den Kindern möglich eigene künstlerisch- ästhetische Ideen umzusetzen. Die angehenden Kunstpädagog_innen haben innerhalb ihrer Arbeit die Möglichkeit ihre Beobachtungskompetenz zu schulen. Gerade aus diesen Beobachtungen entwickeln sich dann oft spannende Forschungsfragen. Mittlerweile sind hier zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten entstanden. Die Kunstwerkstatt ist damit ein Ort forschenden Lernens, insbesondere für Studierende der Lehramtsstudiengänge und dem BA Kindheitspädagogik.

2. Was macht die Kunstwerkstatt als Forschungsort spannend?

Wie an eigentlich allen Forschungsorten können in der Kunstwerkstatt unterschiedlichste Perspektiven spannend sein. Häufig interessieren sich Studierende für die Perspektive der Kinder bei der Gestaltung kreativer Prozesse. Wie entwickeln sie Ideen, welche Rolle nehmen darin Spiel und wildes Denken ein? Wie erleben und deuten die Heranwachsenden den Prozess des künstlerischen Arbeitens? Auf Ebene der Lehrpersonen stellen sich dann andere Fragen. Zum Beispiel wie und welcher Form intervenieren sie in der Umsetzung der Projekte? Und auch aus (hoch-)schulentwicklerischer Sicht gibt es einige relevante Themen, sei es wenn um Raumkonzeptionelle Fragen geht oder darum wie kunstpädagogische Angebote in die Struktur von Ganztagsschulen geeignet integriert werden können.

3. Welche qualitativen Methoden könnten hier besonders gut eingesetzt werden?

Je nach Forschungsfrage bieten sich in der Kunstwerkstatt qualitative Methoden wie das Beobachtungsverfahren oder die Dokumenten- und Artefakteanalyse besonders an. Die Kinder der Kunstwerkstatt geben jährlich dafür eine Einverständniserklärung ihrer Eltern ab. Des Weiteren wurden in bisherigen Forschungsprojekten Interviews, schriftliche Befragungen, Protokolle und Erzählungen als qualitative Erhebungsmethode gewählt.

4. I have a dream! Angenommen die Drittelmittelgelder würden geradezu aus der Tasche quillen: Welches Forschungsprojekt würden Sie gerne in der Kunstwerkstatt eines Tages realisieren?

Niemals endende Ressourcen an Materialien, Werkzeugen und räumlicher Freiheit könnten der Kunstwerkstatt sicherlich immer dienlich sein- eine weitere wünschenswerte Förderung ist jedoch unbezahlbar und nur durch das aktive Handeln und Erleben möglich: Das Entwickeln und Umsetzten von eigenen kreativen Ideen!